Weiß? – Wer weiß? Ein (Durch)Blick hinter die Kulissen der Autoaufkleber

Auf den gestrigen Artikel „Autoaufkleber beidseitig lesbar – ein Ding der Unmöglichkeit?“ kam prompt die Reaktion von Herrn Axel.

Er fragt: Die Farbe Weiß soll keine Druckfarbe sein? Wie kommt denn dann Weiß auf die Autoaufkleber? Meiner hat Weiß!

Sprotte:

Da zum Thema Autoaufkleber auch die Themen Druck und Farben gehören, hat Herr Axel auch ein Anrecht auf Beantwortung seiner – durchaus berechtigten! – Frage:
Weiß? – Wer weiß?

Wer Besitzer eines Tintenstrahldruckers mit 4 einzelnen Druckpatronen ist, schaue mal in diesen rein. Es finden sich darin die Patronen Cyan, Magenta, Yellow und Key. Cyan steht für Blau, Magenta für Rot, Yellow für Gelb und Key für Schwarz. Damit ergibt sich die Abkürzung CMYK, eine Bezeichnung für den 4c- oder Vierfarb-Druck. Diese Begriffe hat sicher schon jeder einmal weitläufig gehört.

Grundfarben

Die Grundfarben beim digitalen CMYK-Druck eines Autoaufklebers

Aus den Grundfarben Blau Rot Gelb lassen sich nun alle Farben mischen, das kennen wir noch aus dem Mal-Unterricht. Außer Weiß! Alle drei Grundfarben zusammengemischt ergeben theoretisch Schwarz. In der Praxis ist es allerdings eher ein unschönes Braun. Deshalb gibt es zu diesen drei Druck-Grundfarben zusätzlich die Druckfarbe Schwarz. Auch davon haben Sie einen Tintenbehälter in Ihrem Tintenstrahler.

Warum sagt man nun Key für Schwarz und nicht Black?
Cyan-Magenta-Yellow-Key: CMYK – Die englische Bezeichnung findet auch heute noch im Druck Anwendung und hat ihren Ursprung auch im Englischen.
Früher stellte man einen Farbdruck mittels Druckplatten her. Dabei gab es für jede Grundfarbe eine Druckplatte und die farbigen Druckplatten wurden an der schwarzen Druckplatte ausgerichtet. Die schwarze Druckplatte war somit die „key plate“, die Schlüsselplatte. Daher bis heute der Begriff Key.

Gedruckt wird in der Regel auf weißem Trägermaterial, weißes Papier (kennt jeder wieder vom heimischen Drucker), weiße Folie, weiße PVC-Platten u.v.a. So entsteht die „Druckfarbe“ Weiß, die ja nur scheinbar ist und in Wirklichkeit Leerfläche. Es ist die weiße Farbe des Trägermaterials.

4-farbige Autoaufkleber werden heute digital im CMYK-Modus hergestellt, der so genannte Digitaldruck auf weißem Trägermaterial.
Doch was, wenn der Untergrund farbig ist und darauf Weiß erscheinen soll? Dann verabschiedet sich der Digitaldruck und es kommt der Siebdruck zum Einsatz. Hier mischen sich nicht die Farben während des Druckes, sondern werden – vorab gemischt schon hergestellt – auf den Träger aufgebracht. Wie ein Maler einen Topf Farbe hat und sich daraus bedient: Grün, Hellblau oder eben auch Weiß.

In der Farb-Theorie ist auch Weiß als Grundfarbe bekannt, aber das ist eine andere Baustelle.

Fazit: Herr Axel hat einen Digitaldruck-Aufkleber, bei dem Leerflächen weiß durchscheinen oder einen Siebdruck-Aufkleber, bei dem ein separates Weiß hinzugefügt wurde, ich habe den Autoaufkleber nicht gesehen.

Ich hoffe, ich konnte die geheime Coca-Cola-Formel um den Druck von Autoaufklebern ein wenig lüften und Euch einen Röntgenblick verschaffen. Wer weiß?

Bis zum nächsten Tipp
Euer Sprotte

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2 Kommentare zu Weiß? – Wer weiß? Ein (Durch)Blick hinter die Kulissen der Autoaufkleber

  1. Klaus sagt:

    Interessanter Post!

  2. Pingback: GRATIS: Handbuch “Montageanleitung Autofolien” | Autoaufkleber

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